Nachwort
Diese Schrift ist das Ergebnis eines jahrelangen Hin und Her zwischen
abstrakter Wahrheit und täglicher Realität.
Mein gesunder Verstand sagte mir, dass Zinsen für Geld eine
illusorische Absprache untereinander ist, die eine Welt an sich
geschaffen und sich schließlich gegen die Gesellschaft und
die Demokratie gewendet hat. Es hat mich viele Jahre gekostet, diese
abstrakte Wahrheit mit der täglichen wirtschaftspolitischen
Realität zu vereinbaren. Ich wechselte Perioden reinen Kapitalismus
mit gemäßigtem Kommunismus ab, weil ich wusste,
dass beide ein Stückchen Wahrheit beinhalten. Hatte ich einmal
allen Mut verloren, so war ich ein Anarchist und Atheist, der an
nichts mehr glaubte. In jahrelangem innerem und äußerem
Kampf gelang mir allmählich die Verinnerlichung der Begriffe
Solidarität, Freiheit und eigene Verantwortung. Dieser Prozess
ist noch in vollem Gange. Ich möchte mich bei allen bedanken,
deren Ideen und Auffassungen mich inspiriert und angeregt haben.
Einen der wichtigsten Denkanstöße gab mir der Film A
beautiful mind über den Mathematiker und Nobelpreisträger
für Wirtschaftswissenschaften (1994) John Nash. Er war Ende
der Vierzigerjahre auf der Suche nach den governing dynamics.
Das Ergebnis seiner Suche war eine mathematische Theorie, das Nash-Equilibrium.
Ich war von der Philosophie von Adam Smith beeindruckt, begriff
aber, dass an seiner Theorie etwas nicht stimmte. Der Film A
beautiful mind gab mir den Anstoß, den ich brauchte, um
den fehlenden Mosaikstein in der Philosophie von Adam Smith zu finden.
Er ging davon aus, dass das Verfolgen des eigenen Interesses und
Konkurrenz untereinander dem Interesse der Allgemeinheit dienen.
Der Film über das Leben John Nashs zeigt, dass man gleichzeitig
dem eigenen und dem allgemeinen Interesse dienen muss, und zwar
gemeinsam mit anderen (= der Gesellschaft). Die Theorie von Adam
Smith hat zur Folge, dass wir aufgrund unserer Fehler früher
oder später der Realität hinterherhinken, weil wir nur
dem eigenen Interesse (in Währungsbegriffen: dem Gewinn) hinterherjagen.
Das Nash-Equilibrium zeigt, dass wir uns im Hier und Jetzt gemeinsam
über die verschiedenen einzelnen Interessen einigen müssen.
Dadurch können das Interesse der Allgemeinheit und das eigene
Interesse miteinander vereinbart werden. Die Bedingungen dafür
sind offene Kommunikation, integrales Unternehmertum und der Mut,
einen neuen Weg einzuschlagen. Ich habe mit diesem wirtschaftspolitischen
Bankrott versucht, die beiden unsichtbaren Hände
von Adam Smith sichtbar zu machen.
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Roquetaillade, den 15. März 2004
Peter Hoopman
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